• Frage: Lieber Robert, Mit welchen Gesteinen beschäftigen sie sich tagtäglich und haben sie auch schon etwas neues entdeckt? Ich finde ihr Thema super und interessant. LG Leander

    Frage gestellt von anon-810 an Robert am 16 Nov 2020.
    • Foto: Robert Möckel

      Robert Möckel Beantwortet am 16 Nov 2020: last edited 16 Nov 2020 3:44 pm


      Hallo Leander,

      Danke für das Interesse 🙂
      Heute zum Bespiel habe ich mich gar nicht mit Gesteinen im engeren Sinne beschäftigt, sondern mit Schlacken aus der Stahlproduktion. Das sind die Stoffe, die übrig sind, die man nicht im Stahl haben will. In der Produktion schwimmen die auf der Stahl-Schmelze oben auf und werden dann entfernt. Die werden manchmal z.B. im Straßenbau eingesetzt (wenn da keine Schadstoffe drin sind).
      Für mich ist das quasi wie ein Gestein, es enthält genauso Mineralien („Phasen“). In den Schlacken die wir untersucht haben gibt es herstellungsbedingt noch bis zu 2-5% Chrom. Die Idee ist, dieses Chrom neben anderen Elementen noch rauszuholen (wegen Nachhaltigkeit)… Daran arbeiten wir in einem großen europäischen Projekt (guckst Du hier wenn Du magst: http://www.chromic.eu/).
      Ja, wir haben schon einiges Neues herausgefunden – schwierig da etwas rauszugreifen. In Vietnam haben wir eine Lagerstätte von Seltenen Erden bearbeitet und dort einen Weg gefunden, die Mineralien rauszuholen, der so noch nicht angewendet wurde (https://www.vd-office.org/wp-content/uploads/2018/09/NAMXE_DE.pdf). Auch ist (oder schien) diese Lagerstätte einzigartig und es gibt einiges Interesse an den Methoden, weil jetzt einige Leute mit ähnlichen Lagerstätten aus der Deckung kommen 🙂 Zuletzt haben wir in einem Mikroplastik-Projekt herausgefunden, dass Bakterien das Mineral Calcit an den Oberflächen der Plastik-Partikel abscheiden und die deswegen im See zu Boden sinken. Das könnte man evtl. ausnutzen… Ziemlich breit, was hier bei mir aufläuft 😉
      Schöne Grüße,
      Robert

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